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Erstnachweis der Asiatischen Tigermücke in Neulußheim
Erstelldatum07.09.2026
Asiatische Tigermücke in Neulußheim nachgewiesen
Bei einem zufälligen Tigermückenmonitoring konnten in Neulußheim frisch abgelegte Eier der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) nachgewiesen werden.
Über das tatsächliche Ausmaß einer möglichen Besiedelung kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Aussage getroffen werden. Umso wichtiger ist es, dass mögliche Vorkommen frühzeitig erkannt und gleichzeitig die Vermehrungsmöglichkeiten der Tigermücke konsequent reduziert werden.
Woran erkenne ich eine Asiatische Tigermücke?
Die Asiatische Tigermücke ist mit etwa 3,5 bis 8 Millimetern eine vergleichsweise kleine Stechmückenart. Sie ist auffällig schwarz-weiß gezeichnet und kann etwa auf die Fläche einer 1-Cent-Münze passen.
Drei typische Merkmale helfen bei der Erkennung:
- Ein weißer Streifen verläuft mittig über Kopf und Rücken.
- Die Spitzen der Taster sind weiß.
- Das hinterste Beinpaar endet mit einer weißen Spitze.
Außerdem ist die Asiatische Tigermücke im Gegensatz zu vielen heimischen Stechmückenarten vor allem tagsüber aktiv. Sie kann Menschen sehr hartnäckig verfolgen und wiederholt stechen.
Wichtig: Nicht jede kleine oder tagsüber aktive Stechmücke ist automatisch eine Asiatische Tigermücke. Eine sichere Bestimmung sollte deshalb durch die KABS erfolgen.
Verdächtige Stechmücke entdeckt? Bitte melden!
Die Mithilfe der Bevölkerung ist für das Monitoring besonders wichtig. Wenn Sie eine verdächtige Stechmücke entdecken, bittet die KABS um folgende Vorgehensweise:
- Fangen Sie die Mücke möglichst unbeschädigt ein oder erschlagen Sie sie vorsichtig.
- Zum Abtöten können Sie das Tier für etwa 20 Minuten in das Gefrierfach eines Kühlschranks oder in eine Gefriertruhe legen.
- Fotografieren Sie die Mücke anschließend möglichst aus mehreren Perspektiven – insbesondere von vorne, von oben sowie die Beine.
- Laden Sie die Fotos über das Meldeportal der KABS hoch.
Verdächtige Tigermücke melden Bitte bewahren Sie das Exemplar bis zur Rückmeldung der KABS an einem kühlen und trockenen Ort auf.
Alternativ kann die komplette Mücke zur Bestimmung auch in einem kleinen, stabilen Behältnis an die KABS geschickt werden:
KABS e. V. – Tigermückenmeldung
Georg-Peter-Süß-Str. 3
67346 Speyer
Die wichtigste Maßnahme: Brutstätten vermeiden
Die Asiatische Tigermücke benötigt keine großen Gewässer. Bereits kleine Wasseransammlungen reichen aus, damit sie sich vermehren kann. Unter günstigen Bedingungen können sich Tigermücken innerhalb von etwa einer Woche aus Larven in wassergefüllten Behältnissen entwickeln.
Mögliche Brutstätten finden sich beispielsweise in:
- Regentonnen
- Übertöpfen und Blumentopf-Untersetzern
- Gießkannen
- Tiertränken
- Eimern und anderen Gefäßen
- Hofgullys
- verstopften oder durchhängenden Dachrinnen
- hohlen Zaunpfählen
- weiteren Gegenständen, in denen sich Regenwasser sammeln kann
Deshalb gilt: Stehendes Wasser vermeiden!
Die Tigermücke fliegt nur wenige hundert Meter weit. Werden Menschen von Tigermücken gestochen, stammen diese daher häufig vom eigenen Grundstück oder aus der unmittelbaren Nachbarschaft.
Was können Bürgerinnen und Bürger jetzt tun?
Die wirksamste Maßnahme ist, der Tigermücke die Möglichkeit zur Eiablage und Entwicklung zu nehmen.
- Wasseransammlungen vermeiden
Lagern Sie Gefäße so, dass sich darin kein Regenwasser sammeln kann. - Behälter mückendicht verschließen
Regentonnen sollten beispielsweise lückenlos mit einem geeigneten, engmaschigen Moskitonetz oder einer anderen geeigneten Abdeckung verschlossen werden. - Wasser regelmäßig vollständig entfernen
Wassergefüllte Gefäße, beispielsweise Tiertränken, sollten mindestens einmal wöchentlich vollständig geleert werden. - Verbleibende Brutstätten behandeln
Wenn sich bestimmte Wasseransammlungen nicht vermeiden oder vollständig beseitigen lassen, können diese mit Bti-Tabletten behandelt werden. Die Gemeinde Neulußheim stellt diese den Bürgerinnen und Bürgern kostenfrei zur Verfügung.
Bti ist ein biologischer Wirkstoff, der gezielt gegen die Larven bestimmter Mückenarten wirkt und für Menschen sowie beispielsweise Hunde, Katzen, Vögel, Amphibien und Bienen als unbedenklich gilt.
Die beschriebenen Maßnahmen sollten während der Mückensaison konsequent umgesetzt werden.
Auch Mückeneier können beseitigt werden. Die Eier der Asiatischen Tigermücke werden von den Weibchen an die Innenwände wassergefüllter Gefäße geklebt und haften dort sehr fest. Deshalb reicht es nicht immer aus, ein Gefäß lediglich zu entleeren. Die Innenwände von Gefäßen sollten gründlich mit einer Bürste abgeschrubbt und anschließend mit sauberem Wasser ausgespült werden. Das Spülwasser kann auf die Erde gegossen werden. Alternativ können die Eier mit heißem Wasser von mindestens 60 °C abgetötet werden.
Warum wird die Asiatische Tigermücke bekämpft?
Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke wurde durch den weltweiten Reise- und Warenverkehr in viele Regionen der Welt verbreitet. Auch in Deutschland findet sie inzwischen geeignete Lebensbedingungen vor.
Insbesondere in klimatisch begünstigten Regionen wie der Oberrheinebene kann sie sich während warmer Sommermonate stark vermehren und zu einer erheblichen Belästigung werden.
Darüber hinaus kann die Asiatische Tigermücke grundsätzlich verschiedene Krankheitserreger übertragen, darunter die Viren von Dengue, Zika, Chikungunya und West-Nil.
Dabei trägt die Tigermücke diese Krankheitserreger nicht automatisch in sich. Sie muss zunächst einen infizierten Menschen stechen und kann den Erreger anschließend unter geeigneten Bedingungen weiterübertragen.
Auch für Hunde kann die Asiatische Tigermücke von Bedeutung sein, da sie unter anderem Fadenwürmer übertragen kann, die eine Herzwurmerkrankung verursachen.
Der aktuelle Nachweis bedeutet nicht, dass Neulußheim flächendeckend von Tigermücken besiedelt ist. Über das Ausmaß des Vorkommens kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden.
Jetzt kommt es deshalb auf die Mithilfe aller an:
- Verdächtige Mücken melden
- Stehende Wasseransammlungen beseitigen
- Wasserbehälter regelmäßig leeren und reinigen
- Nicht vermeidbare Wasserbehälter mückendicht abdecken
- Eigene Grundstücke und Balkone regelmäßig kontrollieren
Jede vermiedene Brutstätte hilft, die Vermehrung der Asiatischen Tigermücke einzudämmen.
Die Gemeinde Neulußheim bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern für ihre Unterstützung.
Ausführliche Informationen zur Asiatischen Tigermücke, zur Erkennung, Meldung und Bekämpfung stellt die KABS e. V.zur Verfügung.
Checklisten Brutstätten KABS PDF-Dokument4,36 MB07.09.2026
Broschüre zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke PDF-Dokument4,45 MB07.09.2026
Bti-Tabletten erhalten Bürgerinnen und Bürger kostenfrei im Bürgerbüro der Gemeindeverwaltung Neulußheim.
