Arbeitsplatz, der zu Hause fehlt Bisher bieten die Schule und die Gemeinde die Hausaufgabenbetreuung nach dem Unterricht – unabhängig von Hort und Kernzeit – von Dienstag bis Donnerstag von 14.15 Uhr bis 16.15 Uhr an. Dort geht es in erster Linie darum, den Schülern zu ermöglichen, in einem ruhigen Raum zu arbeiten und einen erwachsenen Ansprechpartner zu haben, der ihnen bei Fragen weiter hilft. Eine hauptamtliche Mitarbeiterin und zwei ehrenamtliche Kräfte vom Jugendtreff „Point“ arbeiten hier zur Zeit mit den Kindern. „Die Betreuung wird gut angenommen, unsere Kapazitäten sind gut ausgelastet. Und die Kinder kommen gerne hierher, weil sie hier einen Arbeitsplatz haben, der ihnen zu Hause vielleicht fehlt“, berichtet Rektor Peter Scholl. Der Bürgerhilfeverein Neulußheim stellt jetzt die Mittel für eine weitere Betreuungskraft bereit, so dass das Angebot ausgebaut werden kann. Zum einen verlängert sich die Betreuungszeit um eine Stunde. Zum anderen wird es eine Hausaufgabenhilfe geben, bei der zehn bis elf Schüler intensiv gefördert werden, also eine Art intensiven Nachhilfeunterricht erfahren. „Hier geht es darum, dem Kind zu helfen, Hürden zu überwinden“, erklärt Scholl. Somit sind die Schüler bis 17.15 Uhr betreut. Für fußballbegeisterte Kinder kann es jetzt aber noch weitergehen. Der SC Olympia und die Initiative Kopfball.de greifen hier der Gemeinde und Schule unter die Arme und helfen, die Brücke zwischen Schulalltag und Sportverein zu schlagen. Wenn nach der Betreu- ung eine Lücke bis zum Fußballtraining entsteht, können die Kinder auf den Sportplatz kommen, wo sie betreut werden, bis ihr eigentliches Training beginnt.
Zusammenarbeit mit den Eltern Die Initiative Kopf-ball.de hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche aus allen Bereichen mit Freizeit- und Sportangeboten zu versorgen. „Veränderung beginnt im Kopf und der Ball steht bei uns im Mittelpunkt. Das ist unser Leit- spruch und genau darum geht es uns auch“, erklärt Oliver Schobert, einer der Gründer des Vereins. Dabei achten sie besonders auf Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen. Essentiell wichtig sei jedoch die Zusammenarbeit mit den Eltern, wie Knut Gerstner, Vorsitzender und Gründer, betont: „Es geht nicht darum, dass die Eltern ihre Kinder bei uns ‚abladen’ können. Nur gemeinsam können wir wirklich etwas erreichen. Wissen wir beispielsweise von schwierigen Situationen im Eltern- haus, können wir mit dem Verhalten von Kindern ganz anders umgehen.“ Die Erweiterung der Hausaufgabenbetreuung soll zunächst für ein Jahr laufen. „Dann werden wir ein Fazit ziehen und schauen, ob vielleicht eine zweite Hilfskraft sinnvoll ist“, erläutert Werner Krauß von der Bürgerhilfe. Damit kommt man in Neulußheim dem gesteckten Ziel ein Stückchen näher. In einem nächsten Schritt soll dann das Essensangebot ausgebaut werden, kündigt Bürgermeister Gunther Hoffmann an.
(Aus SZ vom 05.11.2011 von Katharina Knop)




