Die Schickard-Gemeinde hat ein erklärtes Ziel: Jedes betreute Kind, das ein Mittagessen will, bekommt ein Essen. Mit einem Konvektomaten soll dieses Ziel nun erreicht werden.
Seit Anfang des Jahres ist die Hortbetreuung für Kinder ab sechs Jahren nicht mehr in der Kindertagesstätte „Pusteblume“, sondern direkt in der Lußhardt-Schule untergebracht. Dieser Umzug setzte voraus, dass dort die Kinder ein Mittagessen bekommen können. Es wurde also eine Mensa gebaut. Für deren Betreibung entschied man sich bei der Essensausgabe für die sogenannte Methode „Cook and Chill“ – „Kochen und Kühlen“.
Seit dem 15. März wird das Essen für den Hort täglich in einer zertifizierten Großküche vorgegart und schockgefroren. Vor Ort wird es mit einem Dampfgarer, dem Konvektomaten, fertig zubereitet und serviert. Dabei wird es jedoch nicht wie etwa im Flugzeug als Einzelportion in Plastikbehältern angeliefert, sondern in Edelstahlbehältern transportiert und an Ort und Stelle portioniert. Denn schließlich „steht das Gemeinschaftsessen im Vordergrund“, wie Bürgermeister Gunther Hoffmann betont.
Alternativen zur „Cook and Chill“-Methode wären entweder zu teuer oder würden zu einem massiven Qualitätsverlust führen.
So kann zum Einen die Nahrung direkt vor Ort zubereitet und ausgeteilt werden. Doch dieses Verfahren ist sehr aufwändig, mit hohen Personalkosten verbunden, unflexibel und wird durch zahlreiche gesetzliche Auflagen verkompliziert.
Die zweite Möglichkeit nennt sich „Cook and Serve“ – „Kochen und Servieren“. Hier wird das Essen in einer Großküche zubereitet und in Warmhaltebehältern angeliefert. Das Problem: Die Soßen werden leicht unansehnlich grau, das Gemüse weicht auf und die Nährstoffe gehen verloren.
Qualitativ hochwertig
Die Vorteile des „Cook and Chill“-Verfahrens sind vielfältig. Zum Einen ist die Gemeinde unglaublich flexibel und nicht mehr von Personalveränderungen abhängig. Während ein Koch nur eine beschränkte Anzahl von Mittagessen zubereiten kann, sind mit dem Konvektomaten den Mengen keine Grenzen gesetzt. Dabei leide die Qualität jedoch nicht unter der „Massenproduktion“. Bürgermeister Hoffmann unterstreicht, dass dadurch kein nennenswerter Qualitätsverlust gegenüber der Zubereitung durch einen Koch oder eine Köchin eintrete. Darüber hinaus bleibt das Essen gesund und verliert nicht wie bei anderen Alternativen wichtige Nährstoffe.
Nach personellen Veränderungen in der Kindertagesstätte „Pusteblume“ wird seit dem 12. Juli nun auch dort ein Konvektomat eingesetzt. Darüber hinaus ging die Gemeinde eine Kooperation mit der Behindertenwerkstatt Hockenheim ein, die ebenfalls in die Testphase ging.
Die Behinderten werden bei der Essensausgabe im Hort und der Pusteblume eingesetzt. Damit will man vor allem Integration fördern. Wenn sich das Modell bewährt, steht auch der Umsetzung in der Kernzeit (Betreuung für Schulkinder bis 13.30 Uhr) nichts im Wege. Schrittweise könnte dann auch allen Kindern ein Mittagessen angeboten werden. Damit käme die Gemeinde ihrem erklärten Ziel schon sehr nahe. kkn
Der SZ vom 20.07.2010 entnommen




